Wo lohnt sich Rückgewinnung am meisten?
Drei Standorte sind generell für eine Energiegewinnung aus Abwasser geeignet: noch im Gebäude, bevor das Abwasser in den Kanal geleitet wird, in der Kanalisation selbst oder nach dem Klärprozess, wenn das gereinigte Abwasser die Kläranlage verlässt. Die Standortwahl wird durch verschiedene Bedingungen entschieden.
Eine Rückgewinnung der Abwasserwärme direkt am Ort der eigentlichen Entstehung ist nur dort sinnvoll, wo regelmäßig große Mengen an Abwasser mit möglichst hohen Temperaturen anfallen. Gleichzeitig muss der Verursacher auch eine sinnvolle Verwendung für die nun zur Verfügung stehende Wärmeenergie haben. In der Regel lohnt sich dann der Bau eines Zwischenspeichers für eine optimale Energieentnahme. Die Temperaturdifferenz, die genutzt werden kann, kann bis zu 15 Grad Celsius betragen. In Frage kommen Krankenhäuser, Hallenbäder oder Industrieanlagen.
Die Wärmeentnahme im Kanal bietet sich dort an, wo kontinuierlich größere Wassermengen zur Verfügung stehen. Solche Abwasserkanäle finden sich gerade in Siedlungsgebieten, die sich wiederum als Abnehmer der gewonnen Wärmeenergie bestens eignen. Die Energieentnahme im Kanal kann bis zu 3 Grad Celsius Temperaturdifferenz ausmachen.
Als Sammelpunkt aller Abwässer kommt das Klärwerk selbst in Frage. Es hat den Vorteil, dass hier die größten Mengen an Abwasser zur Verfügung stehen und die nutzbare Temperaturdifferenz bis zu 6 Grad Celsius betragen kann. Zudem ist der Betrieb der Wärmetauscher einfacher, da die Abwässer bereits gereinigt sind. Allerdings mangelt es in der Nähe von Kläranlagen öfters an geeigneten Abnehmern, so dass Bebauungspläne erst auf das Angebot abgestimmt werden müssen.
